Ortega setzt dagegen die Einsicht: „ich, der ich denke, und die Welt, in der ich denke – und zwar das eine zusammen mit dem anderen, ohne die Möglichkeit einer Trennung.“[63], bilden einen unauflösbaren Zusammenhang. Das Leben ist ihm vielmehr Möglichkeit. George Washington (1732-1799), premier président des États-Unis d’Amérique, a exercé deux mandats et a notamment donné son nom à la capitale de ce pays. Sie sind aber für das Individuum sekundär, an dessen eigenen Lebensfluss von außen herangetragen. Schließlich: „Erst um die Wende des 20. Der Raum ist eng verbunden mit der Zahl, da jedes Objekt einen bestimmten Ort im Raum hat, den man durch Koordinaten bestimmen kann. Während das Oberflächen-Ich auf die äußere Welt gerichtet ist, erfasst das Tiefen-Ich das innere subjektive Erleben. Wir sind, was unser Leben ist, aber nichts darüber hinaus; und doch ist dieses Sein nicht vorausbestimmt, im voraus entschieden, sondern wir selbst müssen es entscheiden, wir müssen entscheiden, was wir sein werden […]“[73] Dies zwingt den Menschen, sich ständig auf die Zukunft hin zu orientieren, Heideggers Begriff der Sorge. „das Sein, so viel plastischer, formsicherer, unproblematischer als das Werden es erscheint, ist schließlich dennoch rätselhaft und verschlossen, während das Werden, dem alles mangelt, dennoch erst uns eigentlich nachfühlbar ist und jedes Stadium des Seins uns innerlich assimiliert und begreiflich macht – vielleicht, weil auch das Begreifen ein Leben ist und nur das Lebendige eigentlich vom Leben begriffen werden kann.“[37] Der Versuch, die Welt rein analytisch zu beschreiben, übersieht die Einheit von Leib und Seele, in der das Bewusstsein der eigenen personalen Identität im Hintergrund des Denkens immer vorhanden ist. Nicht nur ist das unmöglich Gott ist tot! Heinrich, J. Die theoretische Vielfalt in der Philosophie beruht darauf, dass jeder Philosoph, der seine Intuition mit dem abstrahierenden Intellekt auf den Begriff bringt, dies nur unvollkommen kann. Problematik der Fragestellung. Über ein in der analytischen Philosophie aktuell gewordenes Thema. Auch Friedrich Nietzsche gilt mit seiner kritischen Kulturphilosophie als Vorläufer der Lebensphilosophie. Er hebt aus den Tiefen, die das Bewußtsein nicht erhellt.“[21] Das Prinzip und die Theorie des Verstehens, die Hermeneutik, ist nicht nur auf Texte anzuwenden, sondern auch auf Kunstwerke, religiöse Vorstellungen oder Rechtsprinzipien. Die Verneinungen: weder der Mensch noch das All gliedert sich stockwerkartig in Körper, Seele und Geist; wohl sind diese drei nachweislich vorhanden im Menschen und nur im Menschen, aber als bloß numerische, nicht als organische Dreiheit. Gott bleibt tot! „Mit den Abstraktionen ist es vorbei. [23], Auch das Phänomen der Zeit untersuchte Bergson in Hinblick auf die Qualität der damit verbundenen Empfindungen. Indem der Lebensstrom durch oder richtiger: als diese Individuen fließt, staut er sich doch in dem von ihnen, wird zu einer fest umrissenen Form und hebt sich sowohl gegen seinesgleichen wie gegen die Umwelt mit all ihren Inhalten als Fertiges ab und duldet keine Verwischung seines Umfanges. Auch im vielfältigen, sprunghaften und teilweise widersprüchlichen Denken Friedrich Nietzsches lassen sich immer wiederkehrende Motive und dominierende Fragen erkennen. Sebastian Muders, Markus Rüther - Existenzphilosophie: Der Sinn des Lebens. Weil es „sich für die Bedürfnisse des sozialen Lebens im allgemeinen und der Sprache im Besonderen unendlich besser eignet, zieht das Bewußtsein dieses Ich vor und verliert das fundamentale Ich allmählich aus den Augen.“[27] Zum Tiefen-Ich dringt man nur in der Reflexion und in der Kontemplation vor. Anders als Nietzsche oder Bergson ging Dilthey davon aus, dass reine Selbstbeobachtung nicht reicht, die grundsätzlichen Zusammenhänge des Lebens zu erfassen. Lebensphilosophie ist Teil einer Reaktion auf einen Zeitgeist, der durch den rasanten Fortschritt der Technik, die Industrialisierung und die Rationalität der positiven Wissenschaften und der modernen Wirtschaft geprägt ist. Zu breiterer Beachtung verhalfen der Lebensphilosophie 1827 Friedrich Schlegels Vorlesungen über die Philosophie des Lebens, die sich ausdrücklich gegen die Systemphilosophen Kant und Hegel richteten. Gemeinsam ist ihnen die negative Abgrenzung gegen Rationalismus, Intellektualismus, Szientismus und ein materialistisches Weltbild. „Was wir Selbstbewußtsein oder inneren Sinn nennen, ist doch auch nicht ein Neben- und Nacheinander unserer wahrgenommenen einzelnen Lebenselemente, sondern ein Wissen von der Einheit aller dieser oder unserer Person – gleichviel, in welchem Augenblicke unserer Lebensgeschichte es auftaucht und so wenig wir das hier als »Einheit« Bezeichnete näher definieren können.“[38], Die Dialektik von Sein und Werden spiegelt sich für Simmel in den Grundkategorien von Leben und Form wider. Zu einem umgreifenden Leben gehörten ebenso nicht-rationale, kreative und dynamische Elemente. Dies bedeutet aber auch – erneut eine Kategorie, die sich mit dem Begriff der „Entschlossenheit“ ähnlich bei Heidegger findet. „Zeit ist die – vielleicht abstrakte – Bewußtseinsform dessen, was das Leben selbst in nicht aussagbarer, nur erlebender unmittelbarer Konkretheit ist; sie ist das Leben unter Absehen von seinen Inhalten, weil nur das Leben den zeitfreien Gegenwartspunkt jeder anderen Wirklichkeit nach beiden Richtungen hin transzendiert und erst damit und ganz allein die Zeitausdehnung, d. h. die Zeit realisiert.“[40], Die Spannung zwischen fortwährendem Leben und vergänglicher Form beschreibt Simmel auch als Antinomie von Kontinuität und Individualität. Wir sind Wollende genau insoweit, als wir triebhafte Regungen unterdrücken.“[61], Nach José Ortega y Gasset (1883–1955) ist es ein philosophischer Fortschritt der Moderne, den Begriff des Lebens zum Ausgangspunkt des Philosophierens zu machen. „Jeder Augenblick des Lebens ist das ganze Leben, dessen stetiger Fluß – dies eben ist seine unvergleichliche Form – seine Wirklichkeit nur an der Wellenhöhe hat, zu der er sich jeweilig hebt; jeder jetzige Moment ist durch den ganzen vorherigen Lebenslauf bestimmt, ist der Erfolg aller vorausgegangenen Momente, und schon deshalb ist jede jetzige Lebensgegenwart die Form, in der das ganze Leben des Subjektes wirklich ist.“[36] Die neuzeitliche Trennung von Körper und Geist beruht auf dem Missverständnis, das Leben allein in bleibenden begrifflichen Klarheiten fassen zu wollen. „wenn du anders bist als die anderen, so besteht darum für dich nicht weniger als für alle anderen ein ideell vorgezeichnetes Sollen, denn es kommt aus deinem eigenen Leben, nicht aus einem Inhalt, der durch die Verallgemeinerungsmöglichkeit bedingt ist und deshalb vielleicht deinen Fall allerdings nicht einschließt.“[55]. Philosophie,! Diese muss vermitteln zwischen Vernunftphilosophie und Naturwissenschaft. Nietzsche-Studien, Vol. Lebens- und Weltweisheit waren im ausgehenden 18. Jede historische Periode hat dabei ihre eigene Ausdrucksform, die den Umständen und dem jeweiligen Wissen angepasst sind; so etwa in der Wirtschaft, wo sich die Arbeitsorganisationen von der Sklavenwirtschaft über die Lehenswirtschaft und Zünfte bis hin zur freien Lohnarbeit entwickelten. You will need to register with a RightFind account to finalise the purchase. Damit gemeint sind Handlungen, Worte, Begriffe und überhaupt Inhalte. Von der Ausbildung her Chemiker, stand Klages als Philosoph und Dichter den Naturwissenschaften kritisch gegenüber. Was ich den Alten verdanke § 5, KSA 6, 160, Henri Bergson: L’évolution creatrice, 1907, deutsch: Schöpferische Entwicklung, Diederichs, Jena 1912, Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis, Form und Leben zwischen Positivismus und Idealismus, Einführung in Ortega y Gassets Lebensphilosophie, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Lebensphilosophie&oldid=208218285, „Creative Commons Attribution/Share Alike“. Sie scheidet auch das Hässliche und Böse nicht aus; sie verneint nicht mehr. Leben ist ganzheitlich und kann nicht mit dem Intellekt analytisch erfasst werden. Aber indem wir es erleben, ist noch etwas anderes dabei, das Unaussprechbare, Undefinierbare, das wir an jedem Leben als solchem fühlen: daß es mehr ist als jeder anzugebende Inhalt, daß es über jeden hinausschwingt, jeden nicht nur von ihm aus ansieht und hat, wie es das Wesen der logischen Inhaltsangabe ist, sondern zugleich von außen, von dem, was jenseits seiner ist. Jahrhundert verbreiteten Popularphilosophie, die sich gezielt von der Schulphilosophie absetzte und als Philosophie des praktischen Handelns einer allgemeinen Verbreitung der Gedanken der Aufklärung verschrieben hatte. Im Willen schlägt sich die ganze Lebenskraft der Welt nieder. Insbesondere Georg Lukács hat den Lebensphilosophen vorgeworfen, sie seien vernunftfeindlich, verträten einen Irrationalismus und den Standpunkt der „imperialistischen Bourgeoisie“. Ich denke du hast da wie immer ein Verständnisproblem, das seine Ursache in deinem Interesse hat. Das Leben kann nicht vor den Richterstuhl der Vernunft gebracht werden“[12] Den Begriff des Lebens verwendete Dilthey dabei in zweierlei Bedeutung. In ihm kommt der Wille der Gattung zum Ausdruck. Das prozessuale Streben des Lebens nach Zeugung und Wachstum, nach der Schöpfung von Neuem sowohl in den physiologischen als auch in den geistigen Prozessen ist die Weise, wie das Leben sich selbst überschreitet. 271-290. Im Willen kommt nicht das Triebhafte zum Ausdruck. Das Leben ist Futurition, Ins-Künftige-Tun, ist das was noch nicht ist.“[74]. Wendet man diese quantitative Betrachtungsweise auf die Zeit an, erhält man die messbare Zeit. Ob wir urteilen, meinen, wollen oder wünschen, träumen, phantasieren, es trägt und durchdringt sie alle der eine und selbe Strom des elementaren Lebensgefühls, das mit nichts verglichen, auf nichts zurückgeführt, nicht ausgedacht und zergliedert werden kann, aber freilich auch niemals ‚begriffen‘ wird. Das innere Zeitempfinden ist unmittelbar und intuitiv. „Durch die Idee der Objektivationen des Lebens erst gewinnen wir einen Einblick in das Wesen des Geschichtlichen. Der Prozess aber greift über sie und über sich hinaus. „Philosophie des Lebens enthält die Wissenschaft vom unabhängigen, selbstgemachten, in meiner Gewalt stehenden Leben – und gehört zur Lebenskunstlehre – oder dem System der Vorschriften sich ein solches Leben zu bereiten.“[5] Gegen diese Art der „Salonphilosophie“ wandte sich 1794 Immanuel Kant mit der Schrift Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis. Zu einem umgreifenden Lebe… In den Geisteswissenschaften befasst man sich hingegen gerade mit dem einzelnen Phänomen wie einem historischen Ereignis oder einer Biografie. [78] Nachdem er schon 1926 in den Kant-Studien zur Lebensphilosophie Stellung bezogen hatte[79], hat Georg Misch, der Schüler und Schwiegersohn Diltheys, 1930 die Beziehung der Philosophie Martin Heideggers und Edmund Husserls zur Lebensphilosophie herausgearbeitet.[80]. Nietzsche und seine ästhetische Philosophie des Lebens Tübingen : Narr Francke Attempto, 2012 Online-Ressource (173 S.) (DE-627)1658167252 (DE-576)446265179: Named Person: Friedrich Nietzsche: Material Type: Internet resource: Document Type: Book, Internet Resource: All Authors / … Die Positionen: die Urtrias, von der sich alle echten Triaden herschreiben, ist das nach Leib und Seele polarisierte Leben: in sie ist mittels des Menschen, genauer des Menschen auf der Schwelle der „Weltgeschichte“, eine außerneuzeitliche (akosmische) Macht namens Geist eingebrochen, mit der Tendenz, Leib und Seele auseinanderzuspalten und dergestalt die Lebenszelle zu töten.“[60], Mit Nietzsche ist Klages der Auffassung, dass der Wille zu Macht ein wesentliches, das Leben bestimmendes Moment ist. „Wir stellen uns das Leben vor als ein kontinuierliches Strömen durch die Geschlechterfolgen hindurch. (FW 354), des einzigen Titels, den Nietzsche selbst seiner Philosophie gegeben hat, der Langsamkeit des Lebens und zuletzt der „grossen Gesundheit“ (FW 382). Dies hat für Simmel ein falsches Substanzdenken zur Folge, dass das Werden in der Welt nicht erklären kann. Hier zu nennen sind etwa der Titel seines Werkes Menschliches, Allzumenschliches oder die die Betrachtung des Weltgeschehens als organische Struktur und die Konzepte des Willen zur Macht und der Ewigen Wiederkunft. Die Nietzsche-Einführung von Wiebrecht Ries zeichnet den Weg seines Denkens sorgsam und einfühlend nach. Auf der Suche nach unbezweifelbaren Tatsachen begegne ich nicht dem Allgemeinbegriff »Denken«, sondern folgender Bestimmtheit: ich, der ich an die rationale Tatsache denke, ich, der ich im Augenblick philosophiere.“ Wer nach dem Unbezweifelbaren sucht, stößt nicht auf eine philosophische Theorie, sondern „er stößt auf das Philosophieren, das Theoretisieren in Form einer Lebenshandlung und Lebenstatsache, eines Lebensdetails in seinem Leben, in seinem unermeßlichen, fröhlichen und traurigen, hoffnungsbeflügelten und furchteinflößenden Leben.“[64], Ortega schließt hieraus wie Dilthey auf die Unhintergehbarkeit des Lebens. Dieses vorausgeschickt, bringen wir nochmals einige thesenmäßig gefaßte Verneinungen, um sogleich indessen die These hinzuzufügen, die ein vom bisherigen Forschen abweichendes Ergebnis mit affirmativem Gehalt erfüllt. [82] Otto Friedrich Bollnow, der sich über „die Lebensphilosophie F.H. wurden! An international team of editors whose work reflects the full range of current Nietzsche scholarship builds on the existing legacy of Nietzsche-Studien and expands the global reach of the journal. Die Wurzeln der Lebensphilosophie gehen zurück auf die von Immanuel Kant in Hinblick auf Christian Wolff getroffene Unterscheidung zwischen theoretischer Schulphilosophie und einer Philosophie nach dem Weltbegriff, die aus dem Leben selbst kommend auf das praktische Leben zielt. Ernst Cassirer monierte: „Eine Selbsterfassung des Lebens ist nur möglich, wenn es nicht schlechthin in sich selbst verbleibt.“[77] Fritz Heinemann betrachtete die Lebensphilosophie als ein Zwischenstadium im Übergang von der Geistphilosophie zur Existenzphilosophie. „In der deutenden Seele aber ist sowohl die unterscheidende, verbindende, folgernde Vernunft, als die sinnende, erfindende, ahnende Fantasie mit inbegriffen; beide Kräfte umfasst sie, in der Mitte zwischen ihnen stehend. Hierbei würden Handlungen aus dem ganzheitlichen Leben eines Individuums analytisch aus dem Lebenszusammenhang herausgeschnitten und mit dem Maß allgemeiner Normen aus einer übergeordneten, dem Individuum entgegenstehenden Perspektive beurteilt. Simmel, der ursprünglich als Kantianer galt, hat sich in seinem Spätwerk intensiv der Lebensphilosophie zugewandt. Sogar mein Körper ist nichts weiter als ein Detail der Welt, das ich in mir antreffe – ein Detail, das mir aus vielerlei Gründen von ausschließlicher Wichtigkeit ist, was ihm jedoch nicht den Charakter eines bloßen Bestandteils unter zahllosen anderen, die ich in der Welt vor mir antreffe, nimmt.“[67], Bei der Bestimmung dessen, was das Leben ausmacht, schließt sich Ortega erneut Dilthey an und stellt die Erfahrung als das erste und entscheidende Attribut in den Vordergrund. Man kann, wie Eugene Thacker (2015), miteinigem Recht in Nietzsche einen Philosophen des Horrors (bzw. Wir denken, fühlen, wollen dies und jenes – das sind fest umschriebene Inhalte, dies ist ein Logisches, das jetzt nur realisiert ist, ein prinzipiell völlig Definites und Definierbares. Wer Nietzsches Werk bereits kennt, kann sich hier Satz für Satz bestätigt fühlen – es gibt keine Diskrepanz. Unser individuelles Denken kann aber nicht die Einheitlichkeit der Totalität voll erfassen. Neben Ferdinand Fellmann hat sich insbesondere Karl Albert in jüngerer Zeit für eine Erneuerung der Lebensphilosophie eingesetzt[84] und dabei versucht, die Lebensphilosophie mit der ontologischen Tradition zu verbinden. Der Wille ist das Primäre, die Basis der Vorstellungen. Im abschließenden Kapitel seiner Dissertation kam Bergson zu dem Schluss, dass das philosophische Problem der Freiheit auf einem Missverständnis beruht, weil Ausdehnung und Dauer, Quantität und Qualität nicht oder nicht klar genug unterschieden werden. Ähnlich verhält es sich mit den weltanschaulichen Paradigmen. „Das Leben ist wirklich Vergangenheit und Zukunft; diese werden nicht nur, wie zu der unorganischen, bloß punktuellen Wirklichkeit, ihm hinzugedacht. Die Frage nach den Grundlagen des Philosophierens bei Nietzsche lässt Bedenken aufkommen. Auf diesem Wege entsteht – wie bei Dilthey – ein objektiver Geist, erzeugt vom individuellen Subjekt, gültig aber unabhängig von ihm. Heinrich Rickert (1863-1936): Die Philosophie des Lebens. Die Lebensphilosophie beeinflusste Vertreter der Existenzphilosophie, aber auch Edmund Husserl, der den Begriff der Lebenswelt in seiner späten Philosophie zu einer grundlegenden Kategorie machte. Es ist geradezu ein Charakteristikum seines Denkens, eine wendige und wandelbare Gestalt zu wahren um der Dynamik des Lebens gerecht zu werden. Es erzeugt in seinem stetigen Flusse seine Inhalte in dieser wie in jener Gestalt. Eine kritisch-ablehnende Darstellung aus seiner rationalistischen Position des Neukantianismus stammt von Heinrich Rickert,[76] der die Lebensphilosophie als Modeerscheinung ansah. Zwischen beiden Erkenntnisweisen entsteht ein dialektischer Prozess, in dem der Philosoph immer darauf bedacht sein muss, auf die Intuition zurückzugreifen, will er nicht dogmatisch werden oder sich in intellektuellen Spielereien verlieren. Darin ist behauptet dass die Physis im Verlauf des Lebens verbraucht wird und es ist keinesfalls behauptet, dass die Ursachen immer die gleichen sind. Jacobis“ habilitiert hatte, stellte nach dem Kriege fest, dass die Lebensphilosophie weitgehend von der Existenzphilosophie verdrängt worden sei, forderte aber, deren Verengung auf das Problematische, auf Geworfenheit, Verzweiflung und Angst zu überwinden. Wilhelm Dilthey (1833–1911) machte das Leben zum Ausgangspunkt seines philosophischen Denkens. Buchtipp für dich, um dein lesen über Nietzsche um eine Fasette zu erweitern: Objektive Wahrheit und Werte seien nicht möglich und erfolgten immer nur aus der Perspektive des jeweiligen Menschen, beruhen also auf der ei… Simmel spricht von Transzendenz. Nun ist aber das leben gerade das, was niemand für mich tun kann – das Leben ist unübertragbar – es ist kein abstrakter Begriff, es ist mein individuelles Sein.“[65] Der Fehler des Idealismus liegt für Ortega in einer falschen Ontologie, die das Miteinander, die Koexistenz und die wechselseitige Abhängigkeit von meinen Gedanken und meiner Lebenswelt nicht richtig erfasst. Corresponding book series "Monographien und Texte zur Nietzsche-Forschung": http://www.degruyter.com/view/serial/16098, Heinrich, Johannes. Das Sollen ist eine ursprüngliche Kategorie, wenn auch in der Praxis die Inhalte wechseln. In kurzer Formel gesagt: Wir erleben das eigene und miterleben in ihm das fremde Leben. „In das Innere des Lebens aber würde uns die Intuition führen, das heißt, der uneigennützig gewordene Instinkt, der seiner selbst bewusste und über seinen Gegenstand zu reflektieren und ihn unendlich zu erweitern fähige.“[31], Philosophisch relevant ist das Zusammenspiel beider Erkenntnisweisen. Bereits in seinem Frühwerk Die Geburt der Tragödie stellte er das rationale Denken, das Apollinische, dem triebhaften Streben, dem Dionysischen, gegenüber. Aber der Wille ist für Klages nicht der Grund des Lebens. Sie seien so Wegbereiter des Nationalsozialismus gewesen. So steht beispielsweise die erste Phase seines philosophischen Denkens, die mit den ersten „Baseler Vorträgen“ beginnt und mit der „Morgenröthe“ endet, unter der Leitfrage … Januar 2021 um 21:28 Uhr bearbeitet. „Auch das Fallen des Steines, die Bildung der Wolken, das Niederströmen des Regens sind Äußerungen des Lebens, und zwar in erster Linie der Erde, in zweiter dann auch der größeren Lebenszusammenhänge: Planetensystem und Fixsternhimmel.“[57] Leben ist damit nicht wie bei Bergson oder James nur der Bewusstseinsstrom, sondern unterbewusster Rhythmus, schwingendes und pulsierendes Geschehen in der ganzen Natur. Your documents are now available to view. 1858-64 war er in der Schule zu Pforta. Im irdischen Leben kann der Mensch dieser Leere nur durch Enthaltsamkeit und Askese entgehen, deren höchste Form, die vollständige Kontemplation, in der Kunst zu finden ist. Der Wille ist vielmehr der Sphäre des Geistes zuzurechnen, der das Handeln steuert. Sie bringe keine Wahrheiten hervor, sondern lediglich die subjektive, persönliche Meinung des jeweiligen Denkers. Es bedarf einer ganzheitlichen Betrachtungsweise, die z. Friedrich Nietzsche (1844-1900) Nietzsche, Friedrich Wilhelm, geb.15. Heinrich J. Nietzsche als Philosoph des Lebens. Im Denken des Geistes lösen wir für einen endlichen Moment den Gegenstand aus seiner phänomenalen Wirklichkeit, aus einem stetigen raumzeitlichen Kontinuum. 1850 übersiedelte die Familie nach Naumburg a. S., wo N. von seiner Mutter erzogen wurde. Er ging aber in seinem lebensphilosophischen Hauptwerk, das er erst kurz vor seinem Tode fertiggestellt hatte, der „Lebensanscheuung“ über Bergson hinaus, indem er die These aufstellte, dass es zum Wesen des Lebens gehört, sich selbst zu überschreiten. Die Lebensphilosophie Friedrich Nietzsches Nietzsche war eine auch musisch begabte Künstlernatur, ein sehr bewusster Künstler, der in seinem Leben dafür sorgte, daß für das Werk der notwendige Raum zur Verfügung stand - und bei ihm ging es darüber hinaus, eine Gelegenheit oder eine Räumlichkeit zu finden, um arbeiten zu können. Der Begriff Grundlage ist schlichtweg zu sta… Die formalen Konzepte der Schulphilosophie, wie etwa die Logik, betrachtete Schlegel nur als Vorbereitung, nicht aber als die Philosophie selbst. „Die Erweiterung des Wissens über das im Erleben Gegebene vollzieht sich durch die Auslegung der Objektivationen des Lebens und diese Auslegung ist ihrerseits nur möglich von der subjektiven Tiefe des Erlebens aus.“[16] Unter Auslegung oder Interpretation verstand Dilthey das „kunstmäßige Verstehen von dauernd fixierten Lebensäußerungen“[17] Die Methode der Hermeneutik als Lehre vom verstehenden Auslegen wurde von Dilthey maßgeblich mitgeprägt. In der Philosophie ist der Pragmatismus eine Denkweise, die sich an der Praxis ohne die Suche nach einer Letztbegründung orientiert. Sagt man selbst, es bestände in einem fortwährenden Wandel, Zerbrechen und Neuschaffen von Formen, so ist auch dies schon leicht missverständlich. Jahrhunderts hatte sich eine Philosophie des Lebens entwickelt, die sich aber eher als eine Philosophie der Lebenskunst verstand, vergleichbar mit der Ars vivendi in der Antike. Simmel stimmte der Analyse Bergsons zu, dass der wissenschaftliche, lineare Zeitbegriff das Wesen des Lebens nicht ausreichend erfasst. Hans Driesch (1867–1941) stellte aufgrund seiner biologischen Forschungen fest, dass Keime, die gespalten werden, sich wieder zu vollwertigen neuen Keimen ausbilden. Viele Missverständnisse bei den Versuchen, einen solchen Zweck zu … Es handelt sich bei "Nietzsche. Den jungen Nietzsche beeindruckte besonders die Philosophie Schopenhauers. „Damit erfüllt sich aber die echte Vorzeichnung des Lebens, das ein Kampf in dem absoluten Sinne ist, der den relativen Gegensatz von Kampf und Frieden umgreift, während der absolute Frieden, der vielleicht diesen Gegensatz ebenso einschließt, das göttliche Geheimnis bleibt.“[49], Auch die moralphilosophischen Überlegungen des späten Simmel sind in der Lebensphilosophie begründet. Die Ewige Wiederkunft des Gleichen ist ein zentraler Gedanke in Friedrich Nietzsches Philosophie, dem zufolge sich alle Ereignisse unendlich oft wiederholen. Erkenntnistheorie war für ihn Wissenschaft des Bewusstseins. "Nietzsche als Philosoph des Lebens". Frage eines Wassertrinkers. In rascherem oder langsameren Tempo nagen die Kräfte des Lebens an jedem einmal entstandenen Kulturgebilde; sowie es zu seiner vollen Ausbildung gelangt ist, beginnt darunter schon das nächste sich zu formen, das es nach kürzerem oder längerem Kampfe zu ersetzen bestimmt ist.“[46], Diese Dialektik zwischen selbständig gewordener, beharrender Form und dynamisch schöpferischem Weiterströmen des Lebens ist der Grund dafür, dass die Kultur eine Geschichte hat, in der alte Formen stets und ständig durch neue ersetzt werden. „Leben gibt es nur in einem Kreis, der von anderen Dingen voll ist, mögen das Dinge oder Geschöpfe sein; es besteht im Anblick von Dingen und Szenen, in der Liebe zu ihnen oder im Haß auf sie, in der Sehnsucht nach ihnen oder in der Furcht vor ihnen. Dieses Überschreiten geschieht in zweierlei Hinsicht, die Simmel mit dem Unterschied der Lebensbegriffe bei Schopenhauer und Nietzsche charakterisiert. Denn es scheint vorauszusetzen, das irgendwie, ideell oder real, feste Formen bestehen, deren jeder nur, indem das Leben sie zeugt oder offenbart, ein äußerst kurzer zeitlicher Bestand gegönnt ist.